Liebe heute: Die passende Liebe - wie wichtig ist sie für HochsensibleDie Liebe spielt schon ihr eigenes Spiel.
Eins möchte ich Dir gerne vorweg mitgeben: Die Zeiten der CO – Abhängigkeiten sind vorbei. Das heißt: Der energetische Aufschwung bringt es mit sich, dass Beziehungen, die nicht auf Gleichwertigkeit und Miteinander aufgebaut sind, früher oder später auseinanderbrechen werden.
Die gute Nachricht daran ist:
Wir dürfen uns endlich aus Beziehungen verabschieden, die uns nicht mehr guttun. Für uns, die hochsensibel sind, ist das ein wundervoller Prozess, denn wir dürfen uns endlich erlauben, eine Beziehung zu verlassen, die unserem Wesen nicht entspricht.
Die weniger gute Nachricht ist:

Eine Trennung tut immer weh. Egal, ob sie Dir gut tat oder nicht. 

Wenn Du jetzt sagst: „Heike, wir haben doch immer die Wahl, eine Beziehung hinter uns zu lassen, die uns nicht guttut!“, dann gehe ich mit Deiner Aussage komplett mit. Es gibt aber Menschen, die halten bis zum bitteren Ende durch, auch wenn es ihnen immer schlechter damit geht. Sie würden viel mehr darunter leiden, zu gehen, als zu bleiben. Und es gibt Menschen, die verstandesgemäß handeln. Sie zählen alles in ihrem Kopf auf, was dafür spricht, in der Beziehung zu bleiben, anstatt zu schauen, welche Vorteile für sie eine Trennung bedeuten würde.
Da die Energie des gesamten Kosmos – wie ich schon schrieb – höher wird, kommt es jetzt dazu, dass wir uns nicht mehr länger belügen können. Wir können uns auch Beziehungen nicht mehr schönreden, die es in Wirklichkeit schon lange nicht mehr sind. Der Grund dafür ist simpel: Unser Körper schickt uns sofort Signale. Er zeigt uns klar und unmissverständlich, dass sich diese Beziehung für uns zum Nachteil entwickelt hat. Wir fühlen uns unwohl. Unsere Seelenenergie sagt uns: Hier läuft etwas falsch. Handle. Darauf müssen wir, wenn es uns gutgehen soll, hören. Ob es uns im ersten Moment weh tut oder nicht.

Doch sind wir einmal aus tiefstem Herzen ehrlich.

Wir wünschen uns – besonders wir, die hochsensibel sind, – nichts sehnlicher als eine wunderschöne, ehrliche und unkomplizierte Liebe. Wir wollen dem Menschen an unserer Seite vertrauen. Und wir wollen uns mit dem Menschen, mit dem wir unser Leben teilen, blind verstehen. Wir möchten eine Beziehung auf Augenhöhe führen, wertschätzend, voller Achtsamkeit und Respekt, aber auch voller Offenheit und Ehrlichkeit zueinander.

Aber sieht die Realität genauso aus?

Ich denke, wir alle kennen es nur zu gut. Da steht ein Fettnapf. Wir treten rein. Wir daten den falschen Topf, erkennen es nicht gleich und landen schlussendlich im falschen Bett. Oder wir wollen im vermeintlich richtigen Bett landen und Mister Right haut still und heimlich ab. Es kann aber auch noch schlimmer kommen und unser Herzensbrecher entpuppt sich nach einer wundervollen ersten Zeit zu einem Menschen, der uns jeglichen Raum von Freiheit und Selbstbestimmung nimmt.
Besonders wir, die hochsensibel sind, kennen es, in Beziehungen, dominiert und manipuliert zu werden. Wir bestimmen auf einmal nicht mehr über uns selber. Das erledigt für uns unsere „angeblich“ große Liebe. Wir kennen aber auch diese ernst gemeinten Schuldzuweisungen, dieses Pieksen und Sticheln. Aber auch, dass unser Partner uns kleinmacht, anstatt uns dabei zu unterstützen, die beste Version von uns selbst aus uns herauszuholen. Manche Beziehungspartner treten den anderen förmlich nieder und nehmen sich Dinge heraus, die schon unterhalb des Ertragens sind.
Das sind Beziehungen, die vorbei sind und die ich, sofern Du den Begriff noch nicht kennst, als CO – Abhängigkeiten bezeichne.
Doch nicht alle Beziehungen beginnen oder verlaufen schlecht. Es gibt auch feinfühlige Menschen, die an den richtigen Partner geraten. Die sich in ihrer Beziehung wohlfühlen und denen es darin richtig gut geht.

Warum hat jetzt der eine Glück und der andere Pech?

Falls Dich diese Frage umtreibt – und ich weiß, viele Frauen beschäftigt diese Frage – dann gibt es darauf eine ganz einfache Antwort, die lautet: Schau Dir an, was Du in Deiner Kindheit erfahren hast! Denn Deine Kindheit hält jede Antwort auf Deine Fragen bereit. In unserer Kindheit liegt die Wurzel für das, was wir in unserem späteren Leben weiterleben. Diese Wurzel zieht sich, wie ein roter Faden durch unser Leben. Und dieser rote Faden ist es, der Dich fragen lässt:
„Warum gerate ich immer an die falschen Männer!“
„Warum ist mein Partner nie für mich da!“
„Warum entpuppen sich gerade bei mir, die Männer immer als dominant und manipulierend!“
„Warum unterstützt mich mein Partner nie!“
usw. usw.

Und jetzt schau einmal genau hin: Was hat z.B. Deine Freundin in ihrer Kindheit anders erfahren? Sie ist ebenfalls hochsensibel und sie hat Glück mit ihrer Beziehung. Vielleicht ging sie mit ihren Kindheitserfahrungen einfach nur vorteilhafter für sich um. Vorteilhafter als Du, was dazu führte, dass sie sich in diese ganzen Probleme, in denen Du noch steckst, nie verstrickte.

Vielleicht kennst Du das: In spirituellen Kreisen wird gerne gesagt, Dein Partner spiegelt Dir Dein Vatermuster. War Dein Vater in Deiner Kindheit nicht für Dich da, dann wird auch Dein Partner später einmal nicht für Dich da sein. Früher habe ich das auch so gesehen. Heute habe ich mein Bild davon überarbeitet. Das Verhalten beider Elternteile uns gegenüber prägt uns. Egal, ob zum Guten oder Schlechten. Ich persönlich finde es sehr wichtig, dass wir uns die Bereiche ansehen, die uns in unserer Kindheit nicht gefallen, aber auch nicht gutgetan haben. Diese Bereiche sollten wir mit uns klären. Kurz gesagt: Wir sollten unsere alten Erfahrungen, Wunden, Verletzungen, verkehrten Glaubenssätze und Verhaltensmuster in uns auflösen. Noch eins ist wichtig:  Wir sollten uns ein Bild davon machen, wie der ideale Partner für uns sein sollte. Hier geht es nicht darum, wie groß sein Bankkonto ist, wie groß, gutaussehend und durchtrainiert er ist. Hier geht es um Werte – innere Werte. Denn nur auf innere Werte, und wenn sie mit Deinen im Gleichklang sind, kannst Du eine gleichwertige Beziehung aufbauen.

Bedingungslos lieben wäre ein toller Wert, der – so meine Erfahrung, – für Dich mit Deinen hochsensiblen Wurzeln wundervoll ist. Dafür gibt es zwei Gründe: 1. Hochsensible Menschen können aufgrund ihres Wesens bedingungslos lieben. 2. Bedingungslos lieben, bringt es mit sich, dass Dein Partner Dich versteht, unterstützt und immer hinter Dir steht. 

Und damit beantworte ich die Frage oben auch schon: Die passende Liebe ist für Hochsensible besonders wichtig. Denn wir wollen im partnerschaftlichen Miteinander wertgeschätzt und vernünftig behandelt werden. So, wie es sich prinzipiell jeder Mensch wünscht, es aber nicht jeder Mensch tut.
Was uns davon abhält. Worauf wir treffen. Wie wir die passende Liebe finden können. Das habe ich Dir obenhalb ↑ ebenfalls beantwortet. Damit hast Du jetzt alles, um Dich auf den Weg machen zu können zu Deinem Liebesglück.

Warte aber noch: Es gibt noch etwas, das Du wissen musst.

Nämlich, warum sich Liebe und Beziehungen zu einem eher schwierigen Thema entwickelt haben?
Die Liebe klopft früher oder später bei jedem an die Tür. Früher diente sie ausschließlich der Fortpflanzung. Wir sahen uns, verliebten uns und gründeten eine Familie. Der Mann galt als Ernährer der Familie und die Frau kümmerte sich um Haushalt und Kinder. Im Laufe unserer Entwicklung bekam die Liebe immer mehr einen anderen Stellenwert. Sie diente nicht mehr nur ausschließlich dem Zweck der Fortpflanzung und Arterhaltung; sie wurde immer mehr zum Instrument, das zwei Menschen zusammenfügte, die aus tiefem Herzen zusammengehören wollten. Im Laufe einer Beziehung schlichen sich Macken und Probleme ein. Manche Paare überwanden die Probleme. Andere überwanden sie nicht. Früher sind Paare in den Beziehungen geblieben. Heute gehen Paare schnell wieder auseinander.

Das, was aus meiner Sicht ein großes Problem in der Liebe darstellt, ist: Niemandem wurde beigebracht, wie Beziehung wirklich funktioniert und wie sie auf Dauer glücklich und zufrieden gelebt werden kann. Hinzukommt, dass niemand ein ausreichend starkes Selbstbild ins eigene Leben mitbekommen hat, sodass eine wirklich gute Beziehung zwischen zwei Menschen aufgebaut werden kann. Nach meinem heutigen Verständnis ist eine wirklich herzliche Beziehung erst möglich, wenn wir unser eigenes Leben glücklich, zufrieden und im Einklang mit unserem Herzen leben. Wir suchen dann nicht nach dem Puzzleteil, das uns, unserer Meinung nach fehlt. Wir finden das Teil, das unsere Vollständigkeit, noch vollständiger macht.
Die Schwierigkeit zeigt sich darin: Wir legen heute auf andere Dinge Wert und haben in Bezug auf Beziehungen gänzlich andere Wünsche und Bedürfnisse entwickelt.

Aber noch eine weitere Realität kann uns eiskalt erwischen: Kaum ein Mensch ist ohne Wunden aufgewachsen. Jeder Mensch trägt Narben in sich, die ihre Spuren hinterlassen haben. Begegnen sich auf einmal zwei Menschen, die sich von einer Sekunde auf die nächste ineinander verlieben, völlig geflasht sind und in diesem Moment wissen, dass sie etwas gefunden haben, was sie noch nie hatten, kehrt nach kurzer Zeit ein besonderes Phänomen ein: Das heißt: Ein Part haut vor dieser Liebe ab, verschwindet ins Nirwana und reagiert nie wieder auf Nachrichten und Anrufe.
Die Frage, die dann aufkommt, ist: Was passiert hier gerade?
Und diese Frage ist auch berechtigt.

Die Antwort darauf heißt: Es steht eine Liebe vor einem, mit der man nicht umzugehen weiß.

Es kann sein, dass es wirklich die wahre Liebe ist, mit der man just in diesem Moment nicht umzugehen weiß. Auf jeden Fall ist es ein Mensch, der in Sekundenschnelle alle alten Wunden an die Oberfläche des Bewusstseins katapultiert. Wunden, die man nie wieder fühlen, geschweige denn erleben wollte. Doch dieser Mensch steht auf einmal da und bringt das innere Schiff komplett zum Wanken. Einerseits zieht er Dich an. Es läuft, wie in einem Länderspiel. Alles scheint perfekt. Und dann kommt dieser eine Moment, der alle Spiegel zum Vorschein bringt, die es gibt. Alle Masken könnten jetzt fallen. Das Alte könnte endlich losgelassen werden. Und genau in diesem Moment geschieht das Unerwartete – der Wundenpart haut ab, nimmt die Füße in die Hand und rennt, denn die Wunden und Narben sind größer als der Mut, zu bleiben und sie fallen zu lassen. 
Jetzt gibt es nur 2 Optionen, denn ob jemals ein gemeinsamer Weg entstehen wird, obwohl Ihr Euch gegenseitig heftig die Schuhe ausgezogen habt, steht und fällt mit Euch beiden. Denn jeder von Euch muss sich für diese bedingungslose Liebe entscheiden. Die erste Option kann sein, dass einer von Euch noch nicht bereit dazu ist, dann trennen sich Eure Wege für immer. Die zweite Option könnte sein, Ihr verliert Euch zwar aus den Augen, aber doch nicht ganz, was bedeutet, eines Tages trefft Ihr Euch wieder und dann für immer.
Bei so einer Begegnung ist alles offen. Doch eins solltest Du nie tun. Und das ist warten. 

Wahre Liebe stellt jeden auf den Prüfstein.
Bist Du bereit, bleibst Du stehen. Dann gehören diese beiden Menschen zusammen.
Bist Du nicht bereit, haust Du ab. Und zwei Menschen gehen weiter, um eventuell woanders den passenden Menschen zu finden.

Bedenke bitte immer: Starten zwei Menschen in eine neue Beziehung und haben nicht in sich selbst aufgeräumt, dann wird diese neue Beziehung, vollgepackt mit Altlasten, Verletzungen und Wunden, schwierig für beide sein. Entweder sie schaffen es und räumen gemeinsam auf, oder sie trennen sich wieder, denn ein Leben in Mittelpächtigkeit wird es nicht mehr geben.

Herzlichst Deine Heike