Hochsensibilität - warum bin ich anders und sehe es als FluchDiese spannende Frage möchte ich Dir gerne beantworten. Dazu gehört, dass Du zuerst verstehst, dass hinter Deiner Sensibilität Dein ureigener Weg steckt. Ihn zu gehen und Dich mit dieser Gabe anzunehmen und ganz neu zu entdecken, ist eine spannende Reise und eine wundervolle Erfahrung, wozu ich Dich gerne einladen möchten.

Hochsensibilität hat viele Facetten und jede hochsensible Person trägt davon andere Eigenschaften in sich. Ich zum Beispiel bin sehr sensibel, was meine Wahrnehmungen betrifft. Darüber schreibe ich ausführlich auf meiner über mich – Seite. Falls es Dich interessiert.
Früher habe ich genauso, wie Du meine Gabe und Hochsensibilität als Fluch angesehen. Ich habe mich oft in den Energien anderer verirrt und mich zu allem Unglück unwohl damit gefühlt. Ich habe zu Gott gebetet, er möge mich beschützen und diese Last von mir nehmen. Aber das war nicht sein Plan. Der Plan hinter alldem war, dass ich endlich anfange, zu lernen, mit dieser Gabe umzugehen. Der Weg war, den Anteil des Fluches in einen Segen zu verwandeln und meine Gabe endlich als diese zu nutzen und mich damit zu zeigen. Das Versteckspielen sollte vorbei sein. Vor mir selber und dem Rest der Welt. Ein wichtiger Bestandteil dessen war, verstehen zu lernen, dass ich einfach anders ticke als andere Menschen. Dazu gehörte, meinen Wahrnehmungen mehr zu vertauen, als dem Wort anderer. Auch meine Intuition war es, der ich wieder mehr Raum geben durfte, um mit ihr, wie in meiner Kindheit, meinen Weg zu gehen.

Fangen wir einmal vorne an.

Hochsensibilität ist eine wundervolle Gabe, welche die Aufgabe in sich verbirgt, mit ihr umgehen zu lernen.
In den meisten Fällen ist es so, dass diese Gabe nicht als Gabe, schon gar nicht als wundervoll angesehen wird. Wir verfluchen sie. Vor dieser Zeit sahen wir es anders. Wir wussten erst gar nicht, dass wir hochsensibel sind. Unsere Meinung war, alle anderen Menschen empfinden ähnlich, wie wir. Doch das ist pure Unwissenheit von uns. Der Grund dafür ist simpel:  Für uns sind unsere Reaktionen, Empfindungen und Wahrnehmungen, ja sogar unsere damit verbundenen Gedanken und Gefühle normal. Was anderes wäre – realistisch betrachtet – auch komisch. Denn für uns ist die Welt nun einmal so, wie wir sie wahrnehmen. Das Dumme an dieser Sache ist, dass zu wenig Menschen auf diesem wundervollen Planeten unsere Welt mit uns teilen. Erst durch deren Reaktionen merken wir, dass etwas nicht stimmt und dass hier zwei Menschen unterschiedliche Sprachen sprechen. Es entstehen Missverständnisse, Verständigungsprobleme und Meinungsverschiedenheiten. Wir, die hochsensiblen Seelen, ziehen uns dann zurück. Wir grübeln. Versuchen zu verstehen und können doch, das Geschehene nicht einordnen. Unser Gegenpart ist anders gestrickt. Er macht einfach weiter, mit dem ganz normalen Leben. Für ihn ist das Geschehene schon Sekunden später Schnee von gestern. Sein Alltag geht weiter, als wäre nichts geschehen.
Bestimmt verwundert es Dich nicht, wenn Du jetzt liest, dass sich hier jemand eine Jacke angegossen hat, die ihm, seinem Anschein nach, perfekt passt. Den Grund dafür verstehst Du sofort: Wir – hochsensibel, – nehmen Antworten und Reaktionen unseres Gegenübers oft persönlich. Und das bringt mit sich, dass wir uns in unser Mauseloch verkriechen. Doch das ist nicht alles. Schwere Energien tun uns nicht gut. Sie saugen uns aus. Klauen uns unsere Kraft und Energie. Haben wir dann noch in unseren Kinderstrümpfen gelernt, unser wahres Wesen zu unterdrücken und es anderen recht zu machen, dann sind Funktionieren im Alltag und ein Maß an Überforderung nicht mehr allzu weit weg. Und ehe wir uns versehen – vielleicht wunderst Du Dich jetzt, – stehen wir dem Fluch näher als dem Segen, der in unseren Gaben steckt.
Das heißt: Das Gelernte, verbunden mit unserem Verhalten; unsere Wahrnehmungen und unsere Reaktionen auf das Verhalten anderer uns gegenüber, wird zu einer Gesamt-Mogelpackung, die objektiv betrachtet, den Fluch auf unsere Gaben auslöst.

Die alles entscheidende Frage ist also nicht: Wie mache ich meine Gabe wieder weg!
Sondern: Was kann und muss ich dafür tun, damit ich meine Gabe nicht länger als Fluch, sondern als Segen sehen kann?

Lass mich auch hier noch ein klein wenig ausholen.

Unsere Wahrnehmungen werden immer bleiben. Wir werden und können sie nie wegmachen. Es wird in unserem Leben immer Dinge geben, die schön sind, wahrzunehmen. Es wird im Gegenzug aber auch immer Dinge geben, die nicht schön sind, wenn wir sie wahrnehmen. Und ja, die unschönen Dinge werden immer ungute Gefühle in uns hervorrufen.
Entscheidend dabei ist: Wie ordnest Du es ein? Wie gehst Du damit um? Kannst Du orten, wo es herkommt? Kannst Du Dir ganz gewiss sein, dass es nicht aus Deinem Körper kommt?
Hast Du auf diese 4 Fragen eine ganz klare Antwort und bist Du Dir zu tausendprozent sicher, dann wird der Fluch kein Fluch mehr sein, sondern zum wahren Segen. Denn Du weißt: Es kommt nicht aus meinem Körper. Es kommt von dem Autofahrer vor mir. Ich nehme es wahr, lasse mich davon nicht beeinflussen. Ich ordne es ein, dass ich mich damit ungut fühle, nehme zu diesem Autofahrer vor mir mehr Abstand, damit ich mich wieder wohler fühle und konzentrierter Autofahren kann.
Das ist bewusster Umgang mit Dir selbst. Eine Art, die aus meinen Erfahrungen für uns wichtig, wertvoll und für unser eigenes Wohlbefinden essenziell ist.

Eine weitere Lösung, um Fluch zum Segen zu machen, ist: Je mehr Wunden Du in Dir auflöst …

… umso mehr kommst Du in Deine eigene Kraft und Stärke. Das wiederum bringt mit sich, dass Du immer mehr in die Selbstliebe, von der heutzutage so viel gesprochen wird, kommst. Überforderungen, Funktionalität, es anderen recht machen und alles persönlich nehmen – all diese Wegbegleiter werden sich verflüchtigen. Das heißt: Sie verabschieden sich aus Deinem Leben. Du wirst schneller Grenzen setzen und klarer erkennen, was Dir guttut und was nicht. Deine Verletzungen aus vergangenen Tagen werden weniger, Deine Herzensangelegenheiten größer und Dein wahres Wesen wird sich immer mehr nach außen zeigen.
Wenn Du mich jetzt fragen würdest: „Heike, ist es wirklich wichtig für mich, alte Wunden aufzulösen, um mit meiner Hochsensibilität vorteilhaft umgehen zu können?“; dann antworte ich Dir ganz klar: „Ja!“
Und ich möchte Dir auch gerne erklären, warum ich das so sehe.
Hochsensible sind – wie es der Name sagt – „hochsensibel“. In diesem Wort steckt das Wort „sensibel“. Sensibel sein bedeutet: Feinfühliger sein, empfindsamer sein, auch gegenüber Fremdenergien und äußeren Reizen. Und genau das ist der Grund, warum es wichtig ist, dass Du Dich besser kennen und verstehen lernst. Kennst Du Dich, kennst Du Deinen Körper. Kennst Du Deinen Körper, erkennst Du Energien, die nicht Deine sind, sofort. Hinzukommt, dass Du durch das Auflösen alter Wunden nie wieder auf die Idee
kommst, Dich zu überfordern, zu funktionieren, es anderen recht zu machen, geschweige denn alles persönlich zu nehmen. Stattdessen setzt Du eher Grenzen und distanzierst Dich von Menschen und Umfeldern, die Dir nicht guttun.
Sensibel zu sein, ist keine Krankheit und auch kein Fluch. Es ist nicht immer einfach. Doch es ist eine wundervolle Gabe, die Dir das Leben mitgegeben hat. 

Hochsensibilität zu verstehen und zu leben hat viele Vorteile.

Stell Dir folgendes Beispiel vor: Du datest einen Mann, der sehr ich- bezogen ist. Fehlt Dir Deine feinfühlige Wahrnehmung, fällst Du auf ihn rein. Mit Deiner feinfühligen Wahrnehmung spürst Du es rechtzeitig, was bedeutet, dass es kein weiteres Date gibt und dass Du rechtzeitig die Notbremse ziehst.
Stell Dir ein anderes Beispiel vor: Schon in den Zeiten der Jäger und Sammler gab es uns mit unserer Sensibilität. Wir waren es, die den Rest der Horde vor einem Säbelzahntiger beschützt haben. Dank unserer feinen Wahrnehmungen haben wir immer rechtzeitig gespürt, wann sich unsere Horde in Gefahr befand. Wir konnten sie rechtzeitig warnen, ja sie sogar in Sicherheit bringen. Wie Du weißt, haben wir früher nicht so komfortabel in Häusern gewohnt, wie heute. Wir schliefen unter freiem Himmel in freier Natur. Also waren wir ein Segen für unser Umfeld.
Heute müssen wir niemanden mehr vor dem Säbelzahntiger beschützen. Aufgrund dessen haben unsere Gaben auch ihren Stellenwert verloren. Doch das ist nicht ganz richtig, denn heutzutage benötigen Menschen immer noch Schutz, z.B. vor Menschen, die anderen Schlechtes tun. Sie dient also nicht nur Dir, wie im oberen Beispiel erklärt. Sie könnte auch anderen dienen, wenn Du Dich damit zeigst.

Lass uns einmal einen Perspektivwechsel vornehmen.

Stell Dir die Beziehung zu Deinen Kindern vor. Durch Deine wundervolle Hochsensibilität wird sie erst so richtig liebevoll, verständnisvoll, einfühlsam und vor allem stärkend, kräftigend und mutmachend für Dein Kind. Denn Du kannst Dein Kind dank Deiner Gabe viel besser verstehen.
Stell Dir nun die Beziehung zu einem Mann vor. Deine Gabe schenkt Dir in der Liebe zu einem Mann die Möglichkeit, zärtlich, leidenschaftlich, aber auch mit Haut und Haaren zu lieben. Ja, ich weiß, das macht Dich verletzbar. Aber ist es der richtige Mann, dann wird er Dir dafür das Paradies zu Füßen legen.
Stell Dir nun Deine Gabe in Deinem Beruf vor. Dank Deiner Feinfühligkeit und Empathie erreichst Du Deine Kunden viel eher, Du gewinnst schneller deren Vertrauen und öffnest damit Türen für eine wundervolle Zusammenarbeit. 
Ja, und abschließend: Stell Dir Deine Sensibilität nur für Dich vor. Du bist viel achtsamer im Umgang mit Dir selber. Du hörst auf die Signale Deines Körpers, kannst sie respektieren und annehmen. Nicht zu vergessen ist, dass Du Fremdenergien von Deinen unterscheiden kannst.

Sei einmal ehrlich zu Dir selber. Das ist doch alles wundervoll.

Ich finde – die diesen Weg schon gegangen ist – ja, es ist wundervoll.
Dein Kopf – und das ist auch kein Geheimnis – wird immer etwas auszusetzen und zu bemängeln haben. Das ist sein Job. Der Kopf will nie, dass Du Deinem Herzen folgst und dass Du Dir Dein ureigenes Wesen wiederzurückholst. Er tut das aber nicht, weil er Dir schaden will. Er tut es aus Angst. Denn er hat Angst, vor der neuen Welt, die er noch nicht kennt, und er nimmt Dir damit jede Chance, etwas zu entdecken, das sich anders anfühlt als all das Alte, das Dir nicht mehr guttut.

Herzlichst Deine Heike